Die Anfänge

Weihnachten 1898 gründeten die Brüder Louis, Fernand und Marcel Renault das Unternehmen „Renault Frères“. Louis Renault, der schon 1889 sein erstes Automobil, den Prototyp des späteren „Typ A” zusammenschraubte, wurde der Leiter des Unternehmens, war aber auch nebenbei als innovativer Techniker tätig. So erlangte er mit den Jahren zahlreiche Patente und revolutionierte die noch so junge Welt der Automobile. So erfand er unter anderem die Kardanwelle, die einzuschraubende Zündkerze oder den Turbolader. Schon zwei Jahre nach der Firmengründung beschäftigte Renault über 100 Mitarbeiter, den großen Durchbruch schafften die Brüder jedoch, als sie 1906 eine Bestellung von einem Pariser Taxiunternehmen über 1500 Fahrzeuge bekamen.

1913 war Renault mit 10.000 Autos pro Jahr nach Ford der zweitgrößte Autohersteller der Welt und damit einzigartig in Europa. Allerdings änderte sich die Produktion wegen des Ersten Weltkriegs; statt Autos wurden militärische Geräte, Motoren für Panzer, Flugzeuge und Munition hergestellt. Jedoch blieb Louis Renault auch hier ideenreich und stellte den ersten Panzer mit drehbarem Turm und einer selbsttragenden Karosserie her. Aber auch in nach dem Krieg überzeugte Renault durch seine Vielseitigkeit: Das Unternehmen produzierte Bootsmotoren, Flugzeuge, Lastwagen und Landmaschinen wie z.B. Traktoren. 1921 präsentierte Renault sogar erstmals einen Lokomotiven-Prototyp.

Als die Menschen zur Zeit der Weltwirtschaftskrise auf ihr Geld achten mussten, und kaum noch Autos gekauft wurden, hatte Renault wieder eine passende Idee parat und produzierte energiesparende Fahrzeuge. So verbrauchte z.B. der Renault 6CV auf 100km nur um die 3,7 Liter Sprit.

In den 30er Jahren eroberte die Firma Neuland und baute eine Produktionsstätte auf der 70.000 m² großen Seine-Insel „Seguin“ auf. So entstand eine neue Fertigungsstätte, deren moderne Produktionstechnik Maßstäbe für die gesamte europäische Automobilindustrie dieser Zeit setzte. Die größten Schlagzeilen machte das 1.500 Meter lange Fließband, das damals weltweit längste außerhalb der USA. Das Image der Firma änderte sich nun auch wieder ein wenig, da Renault bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überwiegend repräsentative Luxusautomobile produzierte.

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